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Ausgestorbene Arten seit 2000:

Die Folgen des Artensterbens

Es wird jedem von uns klar sein, dass das vorrangig von uns Menschen verursachte massive Artensterben nicht ohne Folgen bleiben kann. Der Verlust einer Art, die am Anfang einer Nahrungskette liegt, führt unweigerlich zu einem schneeballartigen Aussterben weiterer Arten2. Durch den Verlust von Arten verlieren ganze Ökosysteme ihre Stabilität und Produktivität1,2. Viele Folgen sind noch nicht absehbar. Im Folgenden werden die gravierendsten Folgen präsentiert.


1. Wirtschaftliche Folgen

Der Wert des globalen Ökosystems wird auf 16-64 Billionen Dollar geschätzt5. Mit dem Verlust von Arten gehen wertvolle biologische Rohstoffe für immer verloren. Sollte die Menschheit die Meere weiterhin so rücksichtslos überfischen wie bisher, könnten bis zum Jahr 2048 alle derzeit genutzten Bestände an Speisefischen und Meeresfrüchten zusammenbrechen1. Der Verlust der Artenvielfalt wäre verheerend für die Nahrungsmittelversorgung der Menschheit1. Grundnahrungsmittelpreise könnten explodieren, was viele Menschen, besonders in ärmeren Ländern, noch um so mehr dazu bewegen würde, sich Nahrung aus Wald oder dem Meer zu holen. Ein Teufelskreis würde entstehen. Im schlimmsten Fall könnten Unruhen und Bürgerkriege die geordnete Weltwirtschaft ins Wanken bringen.
Unsere Lebensqualität würde auf jeden Fall abnehmen.



2. Gesundheitliche Folgen

Die reinigende Kraft der Ökosysteme wird oft unterschätzt. Dabei sind wir doch seit jeher auf sauberes Wasser und sauerstoffhaltige Luft angewiesen. Der Verlust von Arten hat negative Auswirkungen auf Stabilität und Produktivität der Ökosysteme1,2. Zudem werden mehr als 70000 Pflanzenarten in der traditionellen und modernen Medizin verwendet5. Jede Pflanzenart die ausstirbt, könnte als potentielles Medikament für die Bekämpfung von Krebs, Herz-, oder Infektionskrankheiten etc. eingesetzt werden. Gleiches gilt natürlich auch für Tierarten (Schwämme, Pfeilgiftfrösche, Schlangen, Taranteln,...)
Ferner noch bedroht der Verlust der Artenvielfalt direkt die Gesundheit des Menschen. Wissenschaftler im Journal "Nature" fanden heraus, dass Infektionskrankheiten sich besser ausbreiten können, da ausgerechnet jene Arten zuerst verschwänden, die die Übertragung von Infektionskrankheiten eindämmten. Zurück blieben jene, die Krankheitserreger besonders gut verbreiteten. Die Artenvielfalt zu erhalten sei also die beste Möglichkeit, um die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern3.



3. Klimatische Folgen

Auch bezüglich des Klimawandels spielt der Verlust von Arten eine wichtige Rolle. Wenn Urwälder weiterhin in einer solchen Geschwindigkeit vernichtet werden, wird sich das Weltklima sehr schnell verändern. Das CO2 würde sich in der Atmosphäre weiter anreichern und für eine weitere Erwärmung der Erde sorgen. Auch die Produktion von Sauerstoff würde erheblich nachlassen4. Zudem wären die übrigen artenärmeren Ökosysteme anfälliger für Klimaschwankungen. Die Folgen des Klimawandels: das Schmelzen der Polkappen und die damit verbundene Erhöhung des Meeresspiegels, Temperaturerhöhungen, die das Auslöschen von Lebewesen mit geringer Temperaturtoleranz (z. B. Korallen) zur Folge haben und die Wahrscheinlichkeit von Wirbelstürmen erhöhen, wirken sich wiederum negativ auf Wirtschaft und Lebensqualität aus. Selbst in Deutschland macht sich der Klimawandel schon bemerkbar durch Unwetter und Eiseskälte. Das vermeintliche Paradoxon der Eiseskälte kann durch die 30%-ige Verlangsamung des Golfstroms binnen 47 Jahren erklärt werden. Das Klimawandel bedingte Schmelzen des Grönland-Eispanzers bringt Süßwasser ins Nordmeer und nimmt der Wasserpumpe dort so ihren Antrieb6.


4. Wissenschaftliche Folgen

Zusätzlich geht mit den Arten wichtiges genetisches Material verloren4, was für die Forschung ein großer Verlust wäre. Evolutionsbiologische Grundlagenforschung wäre nur noch bedingt möglich. Zudem wären einzigartige Verhaltensweisen, soziale Strukturen sowie akustische, chemische und optische Kommunikationen für immer verloren.



1Becker, M., SPIEGEL ONLINE, "Meere könnten bis 2048 leergefischt sein", http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,445889,00.html, 17.02.2011
2pressemitteilungen-online.de, "Folgen von Artensterben - Verlust an Pflanzenvielfalt führt zu weniger Ökosystemen", http://www.pressemitteilungen-online.de/index.php/folgen-von-artensterben-verlust-an-pflanzenvielfalt-fuehrt-zu-weniger-komplexen-oekosystemen/, 17.02.2011
3n-tv.de, "Die Auswirkungen des Artensterbens Krankheiten breiten sich aus", http://www.n-tv.de/wissen/Krankheiten-breiten-sich-aus-article2067946.html, 17.02.2011
4biodiversitaet.info, "Folgen des Artensterbens", http://www.biodiversitaet.info/Artensterben, 17.02.2011
5IUCN,"Why we need biodiversity", http://www.iucn.org/what/tpas/biodiversity/about/biodiversity/, 17.02.2011
6Stöcker, C., SPIEGEL ONLINE, "Golfstrom hat sich stark abgeschwächt", http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,387715,00.html, 17.02.2011
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Ausgestorben!
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