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Ausgestorbene Arten seit 2000:
Equus quagga quagga
1877 ausgestorben
Thylacinus cynocephalus
1936 ausgestorben
Raphus cucullatus
1690 ausgestorben
Rucervus schomburgki
1938 ausgestorben

Das große Artensterben

Eines Tages in naher Zukunft wird man mit seinen Enkeln durch einen synthetischen Wald laufen müssen, der voller holographischer Flora und Fauna ist. Wenn man den Enkeln dann von einer utopischen Vergangenheit mit atemberaubender Biodiversität berichtet, wird die Frage aufkommen, warum es diese so schützenswerte Vergangenheit nicht mehr gibt. Man wird mit schlechtem Gewissen beichten müssen, dass man selbst für die Zerstörung der Ökosysteme mit verantwortlich war und nichts dagegen tat...

...Zum Glück trennen uns jetzt noch einige Jahre von dieser Zukunft, und die richtungsweisenden Hebel für die Weichen, welche die Zukunft der Ökosysteme und des Artenreichtums bestimmen, können noch umgelegt werden.
Diese Seite soll ein Überblick über das vorwiegend anthropogen verursachte Artensterben geben, die Hotspots und die Ursachen des Biodiversitätsrückgangs präsentieren und Maßnahmen zur Verzögerung des Artenschwunds aufzeigen sowie auf die Folgen aufmerksam machen.



Die Ausgangssituation

Das massive anthropogen verursachte Artensterben3 der vorangegangenen Jahrhunderte, das bis in die Gegenwart angehalten hat und in Zukunft unvermindert anhalten wird, ist vergleichbar mit den fünf großen Artensterben (sowohl am Ende des Kambriums, des Devon, der Perm, der Trias als auch der Kreide)4 der erdzeitlichen Geschichte5. Es wird geschätzt, dass 31-1302 Arten pro Tag aussterben, wobei die Aussterberate 100-1000 mal über der natürlichen liegt3.

Die Graphik zeigt die geschätzte Entwicklung des Artensterbens in naher Zukunft. Rot: derzeitig geschätzte Artenvielfalt; schwarz: Entwicklung bei 130 Arten/Tag; blau: Entwicklung bei 3 Arten/Tag. Nach dieser Prognose wäre ein Großteil der Artenvielfalt im Jahre 2040 bzw. 2100 verschwunden.


Die Biodiversität unserer Erde

Auf unserem Planeten leben ca. 1,8 Millionen Tier- und Pflanzenarten6. Jährlich werden ca 13000 neue Arten beschrieben6. Einige Wissenschaftler schätzen die Anzahl der Arten sogar auf über 13 Millionen7.


Der Ökologische Fußabdruck

Der Ökologische Fußabdruck der Menschheit erhöhte sich seit 1961 mit einer konstanten Steigung in nur 44 Jahren auf mehr als das doppelte an (2005)9 und überstieg 1986 sogar den kritischen Punkt der Biokapazität der Erde9. So hat der Mensch in den letzten 50 Jahren das Ökosystem schneller und extensiver als in allen vorangegangenen Epochen in der Geschichte der Menschheit verändert8, um der gestiegenen Inanspruchnahme der Biosphäre bezüglich der biologisch produktiven Land- und Seeflächen (zur Bereitstellung von Ressourcen und Entsorgung von Stoffen wie CO2) gerecht zu werden9.

Die Graphik zeigt den ökologischen Fußabdruck der Menschheit. Rot: die Biokapazität der Erde; schwarz: Entwicklung des ökologischen Fußabdrucks. Der kritischen Punkt der Biokapazität wurde 1986 überschritten, 2010 sogar schon um das 1,4-fache. (vgl. Graphik in 9)


Die Lebensraumzerstörung

Angesichts dieser immensen anthropogen bedingten Lebensraumzerstörung, die vor allem in den Biodiversitäts Hotspots (Amazonas-Gebiet, Zentralafrika, Südostasien,...) stattfindet10 und Lebensraumzerstörung als Hauptursache des Artensterbens angesehen wird11, dürfte die Geschwindigkeit des rezenten Artensterbens in den nächsten Jahren weiter exponentiell ansteigen5.


Die Aussichten

Da die Weltbevölkerung stetig anwächst12 (wächst um ca. 1,3% jährlich13) und jeder einzelne nach mehr und mehr Lebensqualität streben wird, kann dies letztendlich nur auf Kosten der Ausbeutung und Vergiftung der Umwelt, Lebensraumzerstörung und dadurch bedingte Tierarten-Dezimierung erreicht werden. Derzeit (2010) leben ca 6.800.000.000 Menschen auf unserer Erde14 und jede Sekunde kommen durchschnittlich 2,6 Menschen hinzu14.

Die Graphik zeigt das Wachstum der Weltbevölkerung. Schwarz: das Wachstum der Weltbevölkerung in Entwicklungsländern; blau: das Wachstum der Weltbevölkerung in Industrieländern. 2050 wird es wahrscheinlich über 9 Milliarden Menschen auf dieser Erde geben. (vgl. Graphik in 14)


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3 WWF, "Bedrohte Tiere und Pflanzen: Das Artensterben hat sich beschleunigt", http://www.wwf.de/themen/artenschutz/bedrohte-tiere-und-pflanzen/, 24.08.2010
4 Rüter M., "Die 5 Massensterben", http://palaeontologie.suite101.de/article.cfm/die_5_massensterben, 24.08.2010
5 Paeger J., "Ökosystem Erde", http://www.oekosystem-erde.de/html/gefahrdung_der_biodiversitat.html, 24.08.2010
6 Smith, T. M., Smith, R. L. (2009), Kratochwil, Anselm, Hg., Ökologie, Pearson Education, München, s.763-764
7 Wieland, M., "Artensterben", http://www.planet-wissen.de/natur_technik/naturschutz/artensterben/index.jsp, 24.08.2010
8 "Overview of the Milliennium Ecosystem Assessment", http://www.millenniumassessment.org/en/About.aspx, 24.08.2010
9 Hails, C., Humphrey, S., Loh J., Goldfinger, S., (2008), WWF, Hg., Living Planet Report 2008, WWF–World Wide Fund For Nature, Gland, Schweiz.
10 "Lebensraumzerstörung", http://www.worldlingo.com/ma/enwiki/de/Habitat_destruction, 24.08.2010
11 "Ursachen des Artensterbens", http://www.oeko-fair.de/biodiversitaet/artensterben, 24.08.2010
12 UN-Report, "Weltbevölkerung wird rasant anwachsen", http://www.welt.de/politik/article3360172/Weltbevoelkerung-wird-rasant-anwachsen.html, 25.08.2010
13 UNEP, "World population development", http://maps.grida.no/go/graphic/world_population_development, 27.08.10
14 Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, "Weltbevölkerung zum Jahreswechsel 2009/2010", http://www.presseportal.de/pm/24571/1535051/deutsche_stiftung_weltbevoelkerung, 27.08.10
















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Ausgestorben!
Neofelis nebulosa brachyurus

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